Ilmuiden bis Scheveningen (Den Haag) 30sm
Heute hats uns erwischt. Nach langem starkem Südostwind endlich Westwind. Wir wollten
das Nutzen und so weit südlich fahren wie möglich. Dabei habe ich voller Optimismus drei Destinationen festgelegt. Die weiteste bis 80 sm weg. Aber es kam ganz anders.
Der Westwind langte gerade um hoch am Wind fahren zu können. Aber er war stark, in Boen bis zu 30 Knoten (6 Beaufort) Dabei hatten wir 2 m hohe Wellen gegenan. Die Strömung hatten wir ebenfalls gegen uns. Weil wir grosse Strecke machen wollten sind wir bereits um 6 Uhr in der Früh ausgelaufen. Die Strömung kehrte erst um Mittag, kurz vor unserer Ankunft in Scheveningen. Im Gross haben wir ein Reff eingebunden, vorne fuhren wir nur die kleine Fock. Der Klüver blieb aufgerollt.
Diese Konstellation ist etwa die schlechteste die man haben kann. Oft spritzten die hohen Wellen bis ins Cockpit. Es war eine Achterbahnfahrt. Beide waren wir nach kurzer Zeit kaum mehr handlungsfähig. Es wurde uns beiden schlecht. In diesem Zustand macht man keine Bewegung zuviel. Allerdings stimmte der Kurz, über weite Strecken war der Autopilot eingeschaltet, so dass wir wenigstens nichts aktiv tun mussten. Ich steuerte zeitweise von Hand. Ich konnte das feststampfen des Schiffes besser verhindern als der Autopilot. Die nötige Höhe stahl uns Speed und der Strom gegenan kostete auch noch einen Knoten. So dass wir mit etwa 3-4 Knoten über Grund vorwärts kamen.
Angekommen im Scheveningen waren wir froh, aber auch müde und geschlagen. Wir haben längs festgemacht und anschliessend gleich 2 h geschlafen. Dann gings wieder, auch mit essen.
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