Donnerstag, 7. Juli 2011

Fecamp

Gestern, lange Reise von Cherbourg nach Fecamp. Ein neuer Hafen, und laut Karte erst noch ein Hafen mit sehr wenig Wasser.
Wir starten am Morgen um 8 Uhr, früher geht nicht denn vor Cherbourg haben wir starke Strömung und die muss mit uns laufen. Um 7 Uhr regnets noch in Strömen, erst binde ich ein Reff ein, denn es sind bis 20 Knoten Wind angesagt. Wir laufen fast platt vor dem Wind und machen gute Fahrt. Es sind 80 sm und wir rechnen mit bis zu 14 h Fahrt. Es läuft aber besser als angenommen, mit über 7 Knoten Fahrt über Grund sind wir lange Zeit unterwegs. Wir schaffen die Strecke in 12 h.
Neu probiere ich die Besegelung mit dem kleinen Spibaum aus.  Leicht schräg vor dem Wind, Gross und Klüver auf Backbord, baumen wir die Stagfock auf steuerbord aus. Das ist so was ähnliches wie der Schmetterling. Sofort ist Ruhe im Schiff und das Schiff läuft mit 5,5 Knoten plus die mindesten 1.5 Knoten Strom.
Später am Nachmittag nimmt der Wind ab und ich versuche mit dem Genacker zu segeln. Diesmal gelingt es uns den Genaker zu setzen. Es ist aber eben kein Spinnaker und der Kurs auf unser Ziel wird nicht besser. Der Genacker zieht nur richtig bei 30 Grad vor dem Wind, man müsste aufkreuzen und den Genaker shiften.
Das ist uns aber zu mühsam, so dass ich den Genaker wieder runterhole. Ausserdem ist er so gesegelt auch nicht schneller als meine schlaue Besegelung mit der ausgebaumten Fock.
Auf so weiten $trecken ist das Segeln Eile mit Weile.

Spannend war unsere Berechnung für den Hafen Fecamp. Nach der Seekarte hat der Hafen in der Einfahrt nur einen Meter, im inneren Becken variieren die Angaben von 70-90 cm. Unser Tiefgang ist 1.6 m.
So ging die Rechnerei los. Laut Tidenkalender und meinem neuen schlauen Programm hat Niedrigwasser heute im Hafen Fecamp noch 1.1m zusätzliches Wasser. Wenn wir vor Niedrigwasser um 22 25 reinkommen, dann haben wir noch Wasser von der Tide. Um 20 Uhr sind das noch zusätzliche 2 m. Es sollte also gehen und wir können mit 1m über dem Kartennull, 1,1m vom tiefsten Niedrigwasser und 2 m von der noch nicht ganz auf Niedrigwasser gesunkenen Tide, also insgesamt 4 m Wassertiefe einlaufen. Am Hafenplatz dürfte das Wasser dann auf etwas mehr als 2 m sinken, was uns aber theoretisch reicht.

Und es ging, wir liefen schliesslich mit 3.8 m Wassertiefe ein und konnten in einer Boxe festmachen.
Das ganze ist deshalb kribbelig weil man nie weiss, ob man richtig rechnet und ob die Angaben auf die man sich abstützt auch wirklich so zutreffen.

Wir waren sehr froh im Hafen angekommen zu sein. Denn wäre es in diesem Hafen nicht gegangen wäre unsere Reise noch rund 40 sm weiter gegangen, also nochmals 8 h. Dies auch deshalb weil die Strömung unterdessen gekehrt hat und wir voll hätten gegenan fahren müssen. So konnten wir abends um neuen das
Schiff aufräumen und eine tüchtige Roesti mit gebratenen Würsten verdrücken. So eine Mahlzeit tut gut nach 12 Stunden Segeln, lediglich mit Zwischenverpflegungen während des Tages.

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